XUR - erotische Latexmode

In einem Kreuzberger Hinterhof residiert der Erfinder der erotischen Latexmode XUR.
Mit bürgerlichen Namen Michael Schermons entwickelt und fertigt er dort in seinem Atelier die individuellste Mode für Menschen, denen ein Kleid von Lagerfeld und Dior zu teuer oder zu langweilig ist. XUR, dieser Name der weniger mit Latex sondern mehr mit Science-Fiction zu tun hat, kann für sich in Anspruch nehmen die Modewelt revolutioniert zu haben. Diese Revolution hat auch mit Science Fiction zu tun und ist allerdings noch nicht zu Ende. Michael Schermons erzählt.


XUR


"Mein Name XUR ist die Figur aus einen SF-Film, den ich mir mit Freunden vor langer Zeit angeschaut habe. Die Figur muß mich so begeistert haben, daß am Tag mich alle nur noch XUR nannten. So bin ich zu meinem Künstlernamen gekommen. Die Idee der Latexmode stammt ebenfalls aus einem Science-Fiction. Mich begeisterte die dort beschriebene Technologie Kleider aus der Sprühdose herzustellen. Das war der Ursprung für meine Mode. Jahre später entdeckte ich dann Latex als Mittel, um dieser Vorstellung nahe zu kommen. Doch noch ist die Entwicklung nicht zu Ende, denn die mit der Sprühdose ist zu faszinierend. Ich habe mehrere Monate in einem Labor an der Umsetzung gearbeitet, aber es ist nicht so einfach. Der Latex verstopft immer wieder die Düse und dann kann man unter Umständen eine fast volle Dose wegwerfen. Ein bißchen Arbeit werde ich noch investieren müssen, aber dann..."


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Sein amüsanter Ausblick in die Zukunft der Mode ist keine unreale Phantasterei eines Spinners, sondern ernst zu nehmende Kreativität eines erfolgreichen Künstlers. Auf die Frage ob er sich über die Menschen ärgere die seine Latex-Mode kopieren, winkt XUR nur ab. "Am Anfang schon. Aber später bin ich den umgekehrten Weg gegangen. Heute ermuntere ich jeden, es selbst einmal zu versuchen und berate auch gerne am Telefon, falls es Probleme gibt. Tips und Tricks gibt es kostenlos. Nur das Rezept für seinen selbstentwickelten und hautfreundlichen Spezial-Latex bleibt geheim. Den muß man dann schon bei mir bestellen." Er lächelt verschmitzt. "Von irgendwas muß der Mensch ja auch leben." Xur zeigt mir Bilder von Performances und Modellen, denen er Kleider im wahrsten Sinne des Wortes auf den Leib schneiderte.


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Ich bin beeindruckt und fasziniert davon, daß Menschen gleichsam Kunstobjekt und Konsumenten sind, denn jedes Kleid oder Hose existiert nur ein einziges mal und die Haltbarkeit ist beachtlich. Praktisch ist sie ebenfalls, denn das Waschen entfällt und unter Schwarzlicht beginnt sie sogar zu leuchten. Die Zeit bei XUR vergeht wie im Fluge und zum Abschluß gibt es eine kleine Kostprobe seines Könnens. Meine Freundin, die mit leuchtenden Augen alle Kleider inspiziert, bekommt einen Armschmuck zu Demonstrationszwecken geschenkt. Und so einfach stellt sich dann die Herstellung eines Latex-Armbandes heraus. Die Haut muß schön eingeölt werden, damit der Latex an den Haaren nicht kleben bleibt. Jeder weiß, wie schmerzhaft das Entfernen eines Pflasters sein kann. Dann die erste Schicht Latex-Grundierung auftragen und trocken fönen. Nach mehren Schichten kommt der farbige Latex dran und damit die modische Gestaltung. Fönen und Fertig. Vorsichtig wird es vo der Haut gezogen. XUR erklärt. "Zwei Tage sollte es nicht angefaßt werden, denn es muß vulkanisieren. Dann aber hält es für die Ewigkeit." Meine Freundin ist begeistert und ich ahne, was sie sich zum Geburtstag wünschen wird.
Keine schlechte Idee, denn so ein Latexkleid muß nur auf den gut eingeölten Körper gepinselt werden und das kann ich auch...

Auf der Website von XUR finden Sie weitere Informationen zum Thema: www.xur.de

Fotograf: http://www.hannsjoosten.de/

Copyright Text: Krischan von Schoeninger


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