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Süßer die Glocken nie klingen

Ohoh, ich höre sie schon, die Kritiker und Allesmerker. Eine häufig eingesetzte Textzeile, die man gern mit den männlichen „Glöckchen“ assoziiert. Und die DenkerInnen unter Ihnen werden möglicherweise darüber grübeln, ob die „EzN-Kolumnistin“ diese Zeile eines bekannten Weihnachtsliedes nicht schon in ihrer letzten Adventskolumne zweckentfremdet hat.
Grübeln und denken einstellen – hat sie. Sollte sich überhaupt jemand an besagte Kolumne erinnern... egal, lassen wir das.
Seit Tagen beschäftige ich mich nur noch mit...? Na was? Ja, genau richtig. Ich plane das perfekte Geschenk. Ich zermartere mir das Hirn. „Schatz, was wünschst Du Dir zu Weihnachten?“ – „Och Liebling, das weißt Du doch viel besser als ich. Du hast immer so gute Ideen. Überrasch’ mich einfach.“ Dazu ein Augenzwinkern und ein liebevoller Klapps auf den Allerwertesten.
Und da stehe ich nun. Soll ich mich etwa lumpen lassen? Mir MUSS etwas einfallen.
Pulli, Hemd, Krawatte, Socken, Unterwäsche, CD, MP3-Player, Rasierapparat (kotz und würg, das übelste aller Geschenke), Handschuhe, Mütze, Schal... puh... nee... Ich geb’s auf. Zu banal. Das kann ich mir schenken.
Ich schenke mich. Das tue ich zwar so auch immer wieder, dazu muss nicht erst Weihnachten sein – ja, das könnte nett aussehen, wenn ich da so unter dem Tannenbaum läge, aufgestrapst*...... mit leider dickem Bauch vom viel zu schweren Festmahl, angeschwipst vom leckeren Rotwein, doch nicht minder verführerisch.
Schwarze, halterlose Strümpfe, die kleinen Füße in gefährlich hohen Stilettos, welche mir Beine bis zum Himmel verschaffen. In starkem Kontrast dazu rote Dessous – ein Slip, der sich neckischerweise an den Seiten durch Schleifen öffnen lässt. Perfekt um ausgepackt zu werden.
Es ist Weihnachten, es duftet nach Tannennadeln - und Sex. Warum das süße Dessert im Bett vernaschen? Nein, gleich hier der Leidenschaft nachgeben...
... und Mitten in der schönsten aller Beschäftigungen – hemmungslos, leidenschaftlich, wild – ein unschönes Geräusch. Ein Pups. Wie peinlich!
Nein, nein, nein. So geht das nicht. Energisch schüttle ich meinen Kopf und damit meine Tag(alb)träumereien ab. Eins wird mir jetzt klar: Gegessen wird erst nach der Bescherung!
Frohe Weihnachten und viel Erfolg bei der Auswahl Ihrer Geschenke.
*Danke @Ludique, diese Wortkreation hat nicht nur in mein Schlafzimmer Einzug gehalten, sondern findet in vielen Bereichen regen Einsatz. Die Autos sind nun auch nicht mehr getuned oder aufgemotzt, sondern aufgestrapst.-
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