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Böse Mösen nachts um halb zwölf

 

Es gibt für alles und jeden ein erstes Mal. Ein Umstand der natürlich auch für mich gilt und so war es vor kurzem auch für mich soweit. Für ein paar Tage (und Nächte) von meiner Freundin allein gelassen, surfte ich rein beruflich im Internet, als eine Spontan-Erektion mich aus meinen Karrierebemühungen riß. Hormonell verwirrt beteiligte ich mich an der beliebtesten Abfrage eines Wortes der Suchmaschinen und wurde in Sekundenschnelle mit relevanten Ergebnissen bombardiert. Doch wofür soll man sich entscheiden? Die Palette reicht von onanierenden Hausfrauen mit sechziger Jahre-Dutt, über Monsterbrüste mit Nippeln in Kesselnietenformat und frech grinsenden Teenagerskeletten bis hin zu gegelten Rosetten-Stechern mit Drei-Tage-Bart. Ich entschied mich, wie wahrscheinlich jeder Newbie, erst einmal für ein grinsendes Teenagerskelett, daß sich die eigenen Beine um den Hals wickeln konnte und mit dem Becken verführerisch kreiste. Wild entschlossen klickte ich auf das Angebot. In einem Bruchteil von Sekunden später explodierte mein Browser und verwandelte sich in eine blinkende Hölle. Links oben nuckelte eine halbentblößte Krankenschwester an einem Riesendildo und flehte mich an: “Ich will Dich!“ Rechts unten wurden mir Gratis-Videos in rauhen Mengen versprochen und in der Mitte sah ich gar nichts, da sich mehrer Pop-Ups um die strategische Vorherrschaft stritten. Von meinen heißersehnten Teenagerskelett fehlte jedoch jede Spur. Irgendwo zwischen einer Seite für Sex mit schwer übergewichtigen Damen und einem Werbebanner für Gratisspanner blinkerte ein Angebot vor sich hin, auf dem ich Angie, so hatte ich meine virtuelle Teenygöre genannt, entdeckte.

 

diesel xxx birthday party from uyku on Vimeo.

 

Bekanntermaßen sind die interessanten Erotikangebote im Internet nicht kostenfrei und so wurde mir offeriert Angie entweder per Dialer zu besuchen oder Mitglied für 29,59 zu werden. So stand ich nun vor der schweren Frage Dialer oder Kreditkarte. Ich entschied mich für die Kreditkarte. Dialer haben einen schlechten Ruf und sind teuer. Nach dem ich meine Brieftasche mehrmals durchwühlt hatte, fiel mir die Beichte meiner Freundin auf dem Anrufbeantworter ein. Rein zufällig und aus Versehen hatte sie meine Kreditkarte mit in ihre Reisetasche gesteckt. Miststück. Schweren Herzens, aber mit einem Riesenständer in der Hose wählte ich mich per 0190-Nummer ein und... tja, konnte zwischen den verschiedensten kurzen Videos wählen. Zum Beispiel wurde mir ein Video einer reifen Frau mit Hängetitten und Altersspeck angeboten. Die wilden Dildospiele geiler Schlampen entpuppten sich als das unkoordinierte Herumfuchteln einer wahrscheinlich spastisch gelähmten und bedauernswerten Kreatur, deren Sex-Appeal einen neuen Minusrekord auf meiner nach unten offenen Ekel-Skala markierte und von Angie fehlte jede Spur. Nach zehn Minuten vergeblicher Suche und um etliche Mark erleichtert, habe ich einfach die Verbindung gekappt, mich ins Bett gelegt und mit Angie vor dem geistigen Auge ganz klassisch onaniert. Was soll ich sagen, sie war einfach phantastisch.
Darum kann mir der ganze Internet-Porno-Kram gestohlen bleiben. Jeden Fall fürs erste und Sie bleiben mir ja hübsch anständig, moralisch und sauber und grüßen Sie mir alle, die Sie barfuß treffen.

 

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Autor: Krischan von Schoeninger 

 

 

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