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Gipfel der Lust
"Samantha warf ihre rote Lockenmähne in den Nacken und setzte sich rückwärts ohne hinzusehen mit Schwung auf den Tisch, während sie ihn gleichzeitig am Arm näher zu sich zog.
Rechts und links von ihnen ging Geschirr zu Bruch, eine Blumenvase kippte und rollte gefährlich auf den Rand zu, aber als er die Hand ausstreckte, um sie aufzuhalten, fing Samantha seine gestreckten Finger im Flug und schob sie ohne Zögern ihren Oberschenkel hinauf.
Der hoch geschlitzte Rock hatte sich bis auf die Hüfte verschoben und Eric konnte seinen Blick nicht von den schwarzen Spitzenstrümpfen auf der weißen Haut lösen.
Er bemerkte es nicht einmal, dass das Wasser aus der Vase ihm nun das Bein hinunterlief, denn auch weiter oben bestand Überschwemmungsgefahr und mit einem leichten Stöhnen riss er ungeduldig an den Knöpfen seiner Jeans, die er schon fast zu sprengen drohte.
"Komm schon!" fauchte Samantha ungeduldig und drückte doch gleichzeitig seinen Kopf in ihr pralles Dekollete, welches ihm entgegenbebte und fast zum Verzweifeln brachte, weil er nicht gleichzeitig die runden Wogungen umfassen, seine Hose öffnen und das Zentrum ihrer Lust mit den Fingern erforschen konnte.
Endlich gab der Stoff nach und entließ einen Knopf aus seiner Verankerung, der mit leisem Pling zu Boden fiel und Eric als Gefangenen seiner halb heruntergezogenen Hosenbeine zurückließ. Das kümmerte ihn reichlich wenig, denn er hatte sein logistisches Problem gelöst, umspielte mit der Zungenspitze die vollen Brüste und ließ seinen Händen zwischen den feuchten dunkelroten Locken freien Lauf.
Sie gab Laute der Ungeduld und Lust von sich, während sie sich unter ihm wand und ihre kirschfarbenen Nägel in seinen Rücken grub, um mit voller Absicht lange gerötete Furchen zu ziehen.
Die langen Beine umspannten ihn, eine Hand angelte bereits nach seiner prallen Männlichkeit, die sich knapp außer Reichweite an ihr Bein presste. Eric musste dem Drang widerstehen, sie sofort und ohne Zögern zu nehmen, so wie ihr und auch sein Instinkt es verlangten, tief in ihre Grotte einzutauchen und dem ältesten Rhythmus der Welt zu folgen. "Ruhig, mein Kätzchen," murmelte er und bog sie nach hinten, um..."
Ich kann das nicht mehr, dachte Silke. Sie schob mit einem Seufzen den erkalteten Milchkaffee zur Seite und stand auf, um ans Fenster zu gehen. In der Zimmerecke blinkte stumm der Cursor in ihrem Text.
Samantha und Eric würden noch ein Weilchen auf den Höhepunkt warten müssen, denn ihre Schöpferin starrte stumm auf die Strasse und sah nicht so aus, als ob sie bald an den Computer zurückkehren würde.
Unten hasteten eilige Spaziergänger vorbei, ein LKW hupte ungeduldig vor einer Toreinfahrt. Silke sah das alles nicht.
Hinter ihrer gebräunten Stirn sollten Samantha und der schöne Handwerker die Gipfel der Lust erstürmen, so stand es nämlich auf dem Cover-Entwurf, der achtlos hingeworfen auf dem Couchtisch lag.
Die rothaarige wildgelockte Samantha in einem unschuldigen weißen Spitzennachthemd, das ihre dramatisch schwellenden Formen mit den prallen Lippen und dem Supermodel-Gesichtsausdruck auf fast obszöne Weise umhüllte.
Auf dem Cover schmiegte sie sich widerstrebend und zärtlich zugleich an die breiten Schultern eines dunklen Naturburschen, dessen Blick vage in die Ferne schweifte, zu den besagten Höhen wahrscheinlich.
"Samantha - Gipfel der Lust". Was für ein Titel. Silke merkte gar nicht, dass sie ungeduldig mit den Fingerspitzen auf das Fensterbrett trommelte.
Der Kater namens Bottle schlich leise maunzend an ihren gebräunten Beinen vorbei und sie bemerkte, dass sie ihren Bademantel abgeworfen hatte und nackt vor dem Fenster stand. Unter ihrer Wohnung lag eine Großbäckerei, deswegen war auch die Miete so niedrig, denn im Sommer hätte man die beiden Zimmerchen getrost als Sauna vermieten können.
Jetzt aber war Herbst, und Silke musste sich entscheiden, was Eric, der Held ihrer Auftragsarbeit, als nächstes unternehmen würde.
Es handelte sich bei dem als Handwerker getarnten Sexprotz natürlich um einen international erfolgreichen Unternehmer, der Samantha erobern wollte, ohne dass sie von seinem milliardenschweren Vermögen wusste.
Verständlich. Oder nicht? Samantha selbst war die inzwischen verarmte Erbin eines ähnlichen Vermögens, vor einem lüsternen Vormund nach Südamerika geflohen und arbeitete nun für einen alten Freund ihres Vaters (den sie noch nie gesehen hatte und der natürlich Eric war, was sich aber erst auf der zweitletzten Seite herausstellen durfte) als ... als was eigentlich?
Silke hatte es schon wieder vergessen. Geschäftsführerin eines Antiquitätenhandels oder Vorsitzende eines internationalen Wohltätigkeitsfonds. Irgendsowas.
Durch die Nachstellungen ihres alten Vormunds völlig verschreckt, war Samantha unfähig, guten Sex und echte Emotionen in ein- und derselben Beziehung zu haben, aber Eric würde das schon schaffen. Wenn Silke ihm denn den Vollzug gestattete.
Ein Traummann. Einer, der alles richtig machte. Sie streckte resigniert die gestressten Schultermuskeln durch und winkte der fassungslosen Oma auf der anderen Straßenseite im Fenster freundlich zu, bevor sie an den Computer zurückkehrte.
"Ruhig, mein Kätzchen," murmelte er und bog sie nach hinten, um das Gewicht von ihr weg verlagern zu können. Alles an ihm verlangte danach, in sie einzudringen. Aber noch war es nicht der richtige Moment.
"Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht gerne jetzt und hier mit Dir schlafen würde. Aber wir kennen uns ja erst wenige Tage, wie sieht es denn mit Verhütung und Sicherheit und so aus?
Das ist schließlich für uns beide wichtig. Soll ich eben zum Kiosk laufen und ein Kondom holen oder hast Du welche da?"
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